& dann kam alles anders – Teil 3

Heute komme ich endlich mal wieder dazu einen weiteren Teil zu schreiben, unser derzeitiger Alltag ist extrem stressig und unser Kalender voller Termine – hauptsächlich mit wichtigen Terminen für Noah.

Ich musste jetzt nochmal nachlesen wo ich das letzte Mal stehen geblieben bin und mich nochmal an die Tage zurückversetzen, was manchmal nicht wirklich einfach für mich ist.

Fortsetzung:

… Also wir warteten im Warteraum der Intensivstation darauf, dass sie unseren Sohn hoffentlich gesund und ohne weitere Schäden aus dem OP zu uns brachten. Aber die Stunden dauerten einfach sooooooo ewig lang.

Wir saßen bzw. lagen auf einer Eckbank, schliefen voller Erschöpfung teilweise ein paar Minuten ein und ich schreckte immer wieder auf, bei jedem noch so kleinem Geräusch.

Nach fast 6 Stunden kam dann eine Intensivschwester zu uns, welche uns sagte, dass er es überstanden hat und das sie ihm nach legen eines Zentralvenenkatheter (ZVK’s) rauf bringen werden.

Uns schossen sofort die Tränen in die Augen und von jetzt auf gleich waren wir wieder hellwach.

Die Tür öffnete sich und sie schoben ihn in einem Wärmebett rein.
Den Anblick von ihm mit Beatmungsschlauch, den vielen Infusionen und Kabeln werde ich wohl nie wieder vergessen.
Ich musste wieder heulen, einerseits weil ich so unfassbar froh war das er überlebt hatte, und aber andererseits weil es mir so weh tat meinen Sohn so leblos in dieser ganzen Situation zu sehen.

Ich hätte wirklich alles getan um ihm das Ganze nur irgendwie abnehmen zu können!

Noah sein Medikamententurm


Ab jetzt hieß es dann wieder abwarten,

– Abwarten wie er die OP und die Strapazen überstanden hat
– Abwarten ob und wann er wieder selbständig zu atmen anfängt
– Abwarten wann sie das Medikament das ihn schlafen lässt reduzieren können
– Abwarten ob, wie und wann sein Darm wieder zu arbeiten anfängt.

Ich hatte Glück, dass ich auf der Geburtshilfe im Haus ein Bett bekam.
So pendelte ich jeden Tag zwischen meinem Zimmer und der Intensivstation, da dort auch für Eltern Besuchszeiten galten.

Am Anfang verstand ich absolut nicht wieso ich nicht 24 Stunden bei meinem Baby sein durfte, aber nach der Zeit machte das ganze Sinn.

Man ist einfach am Ende seiner Kräfte und die Besuchszeiten sind dafür da, dass man auch als Eltern außerhalb der Intensivstation mal Kraft tanken kann – schlafen – essen oder einfach nur Luft schnappen.
Das war etwas was ich wirklich auch lernen musste.

Da ich ja auch unbedingt stillen wollte, war das Ganze für mich wirklich nur purer Stress:

Ich stand in der Früh auf, richtete mich zusammen, aß mein Frühstück, pumpte Milch ab – welche ich dann auf eine andere Station in einen Kühlschrank bringen musste, damit sie dort dann eingefroren wird.

Ich ging jeden Morgen pünktlich rüber das ich ja um 9 Uhr bei der Visite dabei sein konnte, saß, redete, sang, streichelte meinen Sohn.

Um 12 ging ich dann wieder auf mein Zimmer, aß zu Mittag, pumpte wieder Milch ab, rastete mich kurz aus, telefonierte mit meinen beiden Jungs und meinem Mann zuhause.

Von 14 – 18 Uhr war ich dann wieder auf der Intensivstation, pumpte dort zwischendurch in einem „Pumpzimmer“ ab.

Dann wieder auf mein Zimmer, kurz essen und von 19:15 bis 21:00 war ich dann auch immer bei ihm – jede mögliche Sekunde.

Michael kam, je nachdem ob wir für die Großen einen Babysitter hatten, auch nach Linz. Kinder dürfen aufgrund der Keime nicht mit auf die Intensivstation.
Es gab wirklich Momente wo ich an mir selbst als Mama zweifelte, denn in so einer Situation ist es unmöglich allen Dreien gerecht zu werden. Wir nahmen uns zwar jeden Sonntag Nachmittag „frei“ vom Krankenhaus um Zeit mit den Großen verbringen zu können, aber es fällt wirklich schwer seine Angst und „Trauer“ vor den Kindern nicht zu sehr zu zeigen und in Gedanken nicht ständig im Krankenhaus zu sein.

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1 Kommentar

  1. Hallo, hab die Teenie Mütter Sendung gesehen und mir deine Einträge durchgelesen. Wir haben so etwas ähnliches durchgemacht wie ihr. Unser Sohn hat auch mit ein paar Wochen begonnen zu erbrechen, auch immer eine komische Farbe (gallig). Waren im Krankenhaus, am Ultraschall nichts wirklich zu erkennen. Dann nach ein paar Wochen wieder erbrochen. Wieder ins Krankenhaus und auch mit Blaulicht ins Wiener AKH verlegt worden, weil er eine Darmdrehung hatte. Er ist auch sofort notoperiert worden .. Was genau hatte euer Sohn? Auch eine Darmdrehung?
    Unserem Sohn ging es danach aber eigentlich gleich wieder viel besser, also nicht so wie bei euch. Wünsche euch alles Gute und hoffe dass es ihm auch bald so gut geht.
    Liebe Grüße Laura

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